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Da man als Wikinger immer ein passendes Werkzeug braucht um "mal eben" Holz zu spalten oder sich die Fingernägel zu säubern hab' ich mich entschlossen ein Sax im Stil der späten Nord-Germanen bzw. frühen Wikinger zu bauen.
Der Sax sollte auf alle Fälle ein Gebrauchsgegenstand werden und nicht nur zur Dekoration dienen. Die grundlegene Form der Klinge und des Griffes sind diversen Fundstücken nachempfunden .
Als Ausgangsmaterial wurde eine Sax-Machete bestellt, mit einer Klingenstärke von 3-4mm, ca. 45cm lang.

Erstmal musste alles ab, was nicht nach Sax aussah. Beim Abtrennen der überflüssigen Teile ist darauf zu achten, dass die Klinge nicht ausglüht, da sie sonst an Härte verliert. Also immer schön mit Wasser kühlen oder in mehreren Etappen arbeiten.

Anschließend noch die schwarze "Beschichtung" vorsichtig mit 400er Schmiergelpapier entfernen. Somit wäre der grobe Entwurf für die Klinge erstmal fertig.

Gummigriff geht natürlich auch nicht, also erstmal ab damit!
Ich hab' lange überlegt, ob der Griff auch Knochen oder Holz gefertigt werden soll und mit letzendlich für eine Kombination aus Rinderknochen mit Messingbeschlägen entschieden. Der Rinderknochen wurde innen von den restlichen, nicht ganz so harten, prösen Teile berfreit, damit der spätere Griff genug Platz und Festigkeit erhält. Die Außenseite des Knochens wurde entgratet und geschliffen, sodass dieser bequem in der Hand liegt. Den vorheren Abschluss des Griffes, zur klinge hin, bildet eine dem Knochendurchschnitt angepasste Messingplatte aus 2mm starken Messingblech. Durch dieses wird der Schaft der Klinge in den Knochengriff geschoben. Diese Schaft wurde nicht vernietet, sondern zum Griffende hin mit einer im Knochen verarbeiteten Gewindestange gesichert. Diese Gewindestange wird durch eine, ebenfalls 2mm starken Messingplatte, kurz vor dem Griffende gehalten. Das Griffende bildet dann ein weiteres, ca. 3cm langes Knochenstück, welches dann in der 3. Messingplatte endet. Nach der Montage des Griffes wurde dieser nochmal komplett entgratet und geschliffen, anschließen mit Wachs versiegelt. Der Hohlraum im Inneren des Griffes wurde mit 2K-Kleber und Hartholzspänen verfüllt - nicht ganz stilecht, aber dafür haltbar. Den ersten Einsatz hat der Sax problemlos überstanden, hier wurde längeres, knapp 15cm dickes Feuerholz gekürzt und auch gespalten.
Die Saxscheide
Die Saxscheide ist ebenfalls keine direkte Nachbildung, sondern angelehnt an Funde aus Gotland. Es sollte eine einfach Lederscheide mit Messingverzierungen werden, wobei der Griff des Saxes zum Teil in der Lederscheide verschwindet. Als erstes wurde eine Schablone mit den Abmaßen des Sax erstellt, um die benötigte Größe des Leders zu ermitteln. Nach einigen Passproben mit der Papierschablone wurde das Muster für gut befunden und ein Stück Leder in passender Größe großzügig ausgeschnitten. Das Leder sollte im unteren Bereich gefaltet, am Ende und im oberen Bereich mit Beschlägen versehen und vernietet werden. Die geschärfte Seite des Sax befindet sich oben. Nach dem Wässern des 3-4mm starken Leders kann dieses recht einfach geformt werden. Im späteren Bereich der Griffaufnahme wurde das Leder mit einem Rundstab gedehnt, bevor es um das in Folie verpackte Sax geformt wird. Mit dickem Moosgummi, kleinen Brettchen und einigen Klemmen wurde die Lederscheide in Form gehalten. Das Moosgummi ist wichtig, da sonst sehr schnell Druckstellen im jetzt recht weichem leder entstehen. Nach dem Trocknen kann das Sax entfernt und von der Folie befreit werden. Die Folie ist in sofern wichtig, da aus dem Nassen Leder ggf. Reste von Gerbsäuren entweichen können, welche dann die Klinge angreifen können. Die entgültige Form der Saxscheide kann nun festgelegt und ausgeschnitten werden. Die beiden offenen Seiten werden am Rand noch mit einem 1cm breiten Lederstreifen versehen, dieser gibt zum einem mehr Festigkeit, zum anderen passt die Klinge dann auch einfacher. Zum Schluss werden die beiden offenen Seiten mit den Messingbeschlägen versehen und vernietet, dadurch erlangt man eine sehr hohe Stabilität. Bei dieser Saxscheide wurde bewußt auf Verzierungen auf den Messingblechen verzichtet. Da die Klinge nicht gerade kurz ist und somit Sax mit Scheide doch einiges an Gewicht auf die Waage bringen, empfiehlt sich zum Tragen ein zweiter Gürtel.
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liebe Grüss aus der Schweiz
Walha