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Ein unkluger Mann
meint sich alle hold,
die ihn lieblich anlachen.

Er versieht es sich nicht,
wenn sie Schlimmes von ihm reden,
so er zu Klügern kommt.

(aus dem Hávamál)




Cognatio ferox teutoburgiensies
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Webrahmen, Brettchenweben

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Brettchenweben ist eine Jahrtausend alte Kunst um z.B. Borten zum Verzieren von Textilien oder Gürtel herzustellen.
Zum einem gibt es die Möglichkeit das eine Ende der Bänder am Gürtel, das andere Ende an einem Ast (oder Türklinke) zu befestigen und so zu weben.

Skizze des Webrahmen zum BrettchenwebenEin wenig praktischer und auch handlicher ist ein Webrahmen in den die Bänder platzsparend im Zick-Zack gespannt werden. Für Webrahmen dieser Art, bzw. jegliche Webrahmen zum Brettchenweben während der Wikingerzeit gibt es keinerlei Belege!
Es ist halt nur ein Hilfsmittel um die mehrere Meter langen Bänder geordnet zu halten.

Da es möglich seien sollte Borten mit bis zu 10m Länge und mehr zu weben, entschieden wir uns für den Bau eines festen  Standrahmens, d.h. einen fest verbundenen Rahmen der fest auf dem Erdboden steht.
Im Grund besteht der Rahmen aus drei Latten von je 1 m Länge und einer kürzeren 80 cm langen. Zwei lange Latten werden parallel im unteren Bereich mit der kurzen, im mittleren Bereich mit der langen Latte verbunden, so das diese ca. 20 cm übersteht. Wir haben die Latten teilweise ausgeklinkt, dadurch wird der Rahmen etwas schmaler, was aber nicht zwingend notwendig ist. So entsteht ein Winkel von ca. 20 cm x 20 cm, in dem später gewoben wird.

An den senkrechten Latten werden Rundhölzer befestigt, über die später die Bänder gespannt werden. Wir nutzen hierfür 20 mm Rundhölzer aus Buche, die in den komplett durchbohrten Latten fest verleimt werden. Man sollte umbedingt ein Hartholz nutzen, welches man möglichst glatt poliert. Gute Erfolge erzielt man z.B. mit farbloser(!) Autopolitur, die gleichzeitig auch noch vor Feuchtigkeit schützt. Sparsam aufgetragenes Olivenöl o.ä. leistet hier aber auch seinen Dienst.

Webrahmens von Svenja Da die Länge der Bänder beim Weben durch die Drehung immer kürzer werden, wurde auf der mittleren, waagerechten Schiene ein verschiebbares Brett eingesetzt , mit dem die Länge um ca. 60 cm variiert werden kann. Da man hiermit keine ganze Länge zwischen den senkrechten Latten ausgleichen kann, ist auf der Mitte ein zusätzlicher Stab für den halben Ausgleich angebracht.

Die Füsse sind so bemessen, dass sich die Brettchen bei normaler Sitzhöhe auf einem Stuhl oder einer Bank in optimaler, rückenschonender Höhe befinden. Für größere oder kleinere Personen, oder für anderere Sitzgelegenheiten können ggf. angepasste (höher/niedrigere) Füsse für den selben Rahmen angefertigt werden.

die zweite Borte

 

 



Webrahmen, Brettchenweben - Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. Mai 2010 um 07:28 Uhr
 

Kommentare  

 
# Arnulf 2011-09-02 07:38
Ein superschönes Teil - werden wir sicherlich über winter nachbauen.

Frage: wie habt ihr die Rundhölzer in den Streben befestigt ? Sind diese "nur" in die Löcher geklemmt oder auch geklebt ?

Offensichtlich sind die Quersteben ausgeklinkt und sicherlich auch geklebt. Oder gibt es weitere (auf den Fotos nicht sichtbare) Befestigungen ?

fragt Arnulf,
der sich schon vorab für Eure Antwort bedankt :-)
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# Askur 2011-09-03 19:38
Hallo Arnulf,
die Runhölzer haben wir alle verleimt, sonst sitzen die ggf. zu locker, da doch eine Menge Zug auf ihnen lastet.
Die Querstreben und die Senkrechten sind beide ausgeklinkt, muss man aber nicht machen. Ihr solltet dann nur darauf achten, dass die waagerechten Streben auf der entgegengesetzt en Seite der Rundhölzer angebracht werden - sonst sind sie später evtl. im Weg.
Viel Spass beim Werkeln!
Gruß Askur
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# Wendrik 2012-09-28 06:25
Hallo,

erstmal ein lob für dieses supergeile Teil! Ich bin gerade dabei, ebenfalls eines zu Bauen, dabei ist eine Frage aufgetaucht, die Ich gerne wissen Würde, bevor ich mein bisheriges Werk Ruiniere, weil ich zu viel Experimentiere ^^

Wie habt Ihr es geschaft, dass das mittlere Brett zum verstellen auf dem Punkt stehenbleibt, wo es hingesetzt wird, ohne von der Spannung wieder verschoben zu werden?

Gruß
Wendrik
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# Christoph 2012-09-30 20:39
Die Frage von Wendrik betreffs des Spanners würde mich auch sehr interessieren, da ich plane so einen Rahmen für eine Freundin zu bauen. Was habt ihr da für Holz genommen? Ich dachte an Buche Massivholz, da es recht hart und dabei noch einigermassen leicht ist, zum mindest im vergleich zu Eiche ...

liebe Grüße

Christoph
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# Askur 2012-10-03 20:40
Das mittlere Längsbrett ist einfach nur mit einem ca. 1cm breitem, 60cm langem Schlitz versehen, durch den ein passendes Brett gesteckt und auf der anderen Seite verkeilt wird. Dieses Brett ist ingesamt ca. 12cm x 24cm groß, auf der einen Seite knapp 3cm dick, auf der anderen auf 1 cm abgehobelt - so kann man es durch den Schlitz schieben, ohne das es "durchfällt".
Auf der dünneren Seite ist dann ein 4cm x 5cm großes Loch in das der passende Keil zum Sichern gesteckt wird. Dies System klappt bei allen drei Webrahmen unserer Frauen.
Als Holz haben wir immer Kiefer/Fichte für den Rahmen bebutzt, hält für die Zwecke und ist einfach leichter im gewicht und auch leichter zu beschaffen. Lediglich die "Pinne", um welche das Garn gewickelt wird, sind auch Buche, da diese nicht so grobfaserig und auch härter/glatter ist.
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