Der Blasebalg

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Als historisch Korrekt ist diese Bauart des Zweikammer-Blasebalges für unsere Zeit nicht belegt, aber auf Grund dessen, dass ich auch mal ohne Hilfe zurechtkommen muss, hab ich mich für diese Variante entschieden. Belegt für unsere Zeit sind Feuerstellen auf dem Boden.

fertiger Blasebalg mit EsseAls Wärmeschild für die Blasebälge diente oft eine Specksteinscheibe, mit zum Blasebalg konisch geöffnetem Loch. Als Bälge dienten zwei kleinere Einkammerbälge ohne separate Luftzufuhrventile. Diese Blasebälge wurden meist vom Zuschläger bedient.
Für den Bau des Blasebalges habe ich Massivholzplatten aus Fichte gewählt. Die Platten hatten die Maße 1000 x 600 x 16 mm. Diese habe ich aus dem Baumarkt. Als erstes habe ich auf die mittlere Platte die spätere Form angezeichnet und ausgeschnitten. Beim Anzeichnen der Platten ist daran zu denken, dass alle Platten eine andere Form haben. So kommt bei der mittleren Platte an den schmalen Ende der Ansatz für das Kantholz hinzu. Bei den runden Enden muss man sich schon vor dem schneiden Gedanken machen, wie man den Blasebalg hinterher aufhängen möchte. Wie ich es jetzt gemacht habe ist ja auf den Bildern zu sehen.
Also … nachdem die mittlere Platte zugeschnitten ist, habe ich am schmalen Ende zwei Kantholzstücke 10 x 10 cm aufgeleimt. Diese dienen hinterher als Aufnahme für die Scharniere und sind mitverantwortlich für das Volumen. Während diese Sache trocknete, habe ich die obere und die untere Platte ausgeschnitten. Anschließend wurden alle zugeschnittenen Platten noch mit Latten querverleimt, damit sich das Ganze zum Einen nicht verzieht, und zum Anderen als Abstandhalter oder Anschlag. Wie später zu sehen, wird so die Last von den Scharnieren genommen.

die VentileAls aller Leim getrocknet und alles Holz gesägt, habe ich in die mittlere und untere Platte die Löcher für den Lufteinlass mit einer Lochsäge gebohrt. Je zwei 60 mm Löcher in jede Platte. Als Rückschlagventile habe ich aus dünnem Hartplastik kleine Karten ausgeschnitten. Am effektivsten hat sich die dargestellte Form herausgestellt. Die Karten habe ich beweglich seitlich den Löcher angetackert. Es empfiehlt sich, alle drei Platten gut sichtbar zu kennzeichnen, damit man zu jeder Zeit weiß, welche man in der Hand hält. Glaubt mir! Denn habt ihr erst einmal ein Loch in die obere Platte gebohrt!?...(Da gehört nämlich keines rein!) So…kommen wir nun zum nächsten „Kompromiss“.
Ich will mich nicht rausreden, aber mein erster Blasebalg sollte erst mal halten. Ich habe handelsübliche Scharniere aus dem Baumarkt verwendet. Die habe ich zum Einen auf das 10er Kantholz, zum Anderen auf die obere bzw. untere Platte geschraubt. Und siehe da, es war gut! Da man jetzt noch überall ran kommt, ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, das Holz mit Leinenölfirnis wetterfest zu machen. Ich habe die Innenseiten mehrmals gestrichen, da man dort ja nicht mehr streichen kann, wenn die Folie drauf ist.

fertiger, unbespannter RohbauNun weiter mit der Bespannung. Ich habe für meinen Erstversuch Teichfolie benutzt. Auf diese Wahl bin ich durch unseren Häuptling gekommen. Auch ein Kompromiss … aber hält! Und mal ehrlich, wenn ihr es einmal geschafft habt, diesen Blasebalg nachzubauen und ihr ihn mal so unbespannt vor euch „entfächert“…..!, da braucht man schon `ne Menge Leder. Übrigens … an dieser Stelle Dank an Holger für das Leder!!!!!!
Teichfolie habe ich aus dem Baumarkt meines Vertrauens, und die Tonnen von Tackernadeln auch. Also, bevor ihr anfangt das Ding zu bauen, kauft euch Aktien  des Tackernadelherstellers!! Spaß beiseite. Spart nicht an Nadeln. Zum Schluss noch das Loch für den Luftaustritt. Das Loch wird von vorne in das 10er Kantholz gebohrt, und zwar mittig,oberhalb der mittleren und unterhalb der OBEREN Platte. Genau wie bei den Einlasslöchern bedurfte es ein paar Versuche. Aber ich habe mich langsam herangetastet. Ein Auslass von 30mm (Danke Jens für den Bohrer) hat sich als nahezu perfekt ergeben. Ihr könnt das Loch natürlich auch in einem früheren Arbeitsschritt einbringen.

Also viel Spass!

Dichtband für die Randbespannung untere Kammer ... das Teil wird groß! ... weiter geht's



Der Blasebalg - Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 23:47 Uhr