Grubenbrand

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Da wir uns immer gerne daran versuchen, die für's Hobby benötigten Utensilien selbst zu fertigen, haben wir uns auf unserem eigenen Wikingerlager an einen Grubenbrand gewagt.

 

 

Als erstes mussten erstmal einige Objekte zum Brennen her. Einige Schalen und Becher wurden schon ein paar Tage vorher gefertigt, damit diese durchtrocknen konnten - bei uns leider nur fünf Tage lang. Andere Objekte, wie ein Spinnwirtel oder Pinneken, wurden direkt am selben Tag getöpfert und vorab am Lagerfeuer getrocknet.

aufgeheizte Grube mit Steinen als AbstandshalterMit dem eigentlichen Brand haben wir am Freitag Mittag begonnen.
Eine Grube von ca. 60 cm Durchmesser und 40 cm Tiefe wurde ausgehoben und mit Brennholz gefüllt und gezündet, dies erfolgte mit Glut aus dem Lagerfeuer. Durch die Tiefe der Grube wurde die Glut nur minimal mit Frischluft versorgt, sodass wir mit den Anblasrohren eine Zeit lang für die Sauerstoffzuführung sorgen mussten.
Nachdem das Feuer dann selbstständig brannte, wurde weiterhin Feuerholz nachgelegt und die Grube somit gut zwei Stunden aufgeheizt. Danach wurden Steine in die Glut gelegt, um ebenfalls Wärme zu speichern und eine Auflage für die Tonobjekte zu haben. Diese Steine sollten keinen Kalk enthalten, da diese Steine wohl bei zu hohen Temperaturen zerspringen. Bei uns sind lediglich zwei größere Kiesel gerissen.

In der Endphase des Aufheizens haben wir die Tonobjekte um die Grube plaziert, damit diese schon durch die Strahlungswärme erhitzt wurden. Danach haben wir sie vorsichtig zum weiteren Aufwärmen in die Grube auf die Steine gesetzt.
Alle größeren Objekte, die am selben Tag gefertigt wurden, sind bereits in dieser Phase geplatzt. Hierbei wurden auch Bruchteile aus der Grube geschleudert!

die Grube wird nach dem Einsetzen der Tonobjekte ein zweites mal angeheiztBei den vorher gefertigten Teilen sind teilweise einzelne Ecken abgeplatzt. Dies lag wohl an deren Verarbeitung.
Beim nächsten Grubenbrand werden wir versuchen, die Objekte eine Zeit lang direkt über der Grube zu erwärmen, da die Hitze hier höher als am Grubenrand, aber dennoch geringer als in der Grube ist. Erst danach wollen wir sie in der Grube platzieren und weiter erhitzen.

Nachdem die intakten Stücke, wie auch einige Bruchstücke, in der Grube Platz gefunden haben, wurde nach einer Aufwärmzeit von einer halben Stunde das Feuer wieder leicht angefacht um die Temperatur langsam zu steigern. Nach und nach wurde immer mehr Holz nachgelegt, bis die Flammen wieder loderten und nach einer Stunde eine Menge neuer Glut entstanden war.
Dann wurde die Grube mit Buchenholz-Spänen abgedeckt - diese erhält man z.B. im Zoo-Handel als Kleintierstreu.
Um einen reduzierten Brand zu erhalten, wurden die Späne mit Ästen und Blättern abgedeckt, die dann wiederrum mit einem Teil des ausgehobenen Erdreichs bedeckt wurden.

die gebrannten Teile werden in der Asche gesucht Man kann hierfür auch die anfallenden Grassoden oder alte Asche nutzen.

Die so gefüllte Grube wurde dann abgesichert und sollte nun weiter gühen und über Nacht abkühlen.
Am nächsten Mittag wurde die Grube wieder geöffnet. Es fiel sofort auf, dass die Buchenspäne im oberen Bereich nicht verkohlt waren, evtl. müsste man hier zukünftig noch einen Kamin mit einplanen.
Im unteren Bereich konnten dann die gebrannten Tonsachen gefunden werden. Anscheinend gab es während des eigentlichen Brennens keine weiteren Beschädigungen mehr. Alle Objekte sind durch den reduzierten Brand tiefschwarz gefärbt. Bei den mitgebrannten Bruchstücken konnte gut getestet werden, dass die Farbe auch in den Ton eingedrungen ist. Lediglich ein kleiner Bereich im Inneren hatte sich nicht verfärbt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Buchenspäne nur zum Teil verkohlt waren.

Nachdem sich die Tonsachen weiter abgekühlt hatten, wurde an einer Schale, an der schon vorab eine Ecke fehlte, die Wasserfestigkeit getestet. Die Schale wurde randvoll mit Wasser gefüllt, welches sich auch bis in die späten Abendstunden hielt. Ein Abrieb in der Schale konnte auch nicht festgestellt werden.
Eine weitere Schale wurde abends als Lampe benutzt, mit Holzkohle und Öl, auch dies hielt stand. Am nächsten Tag mussten wir allerdings feststellen, dass ein Teil des Sockels der Schale abgebrochen war. Ob dies noch seitens des Brennens herrührte oder erst bei der Nutzung als Lampe auftrat, konnten wir nicht nachvollziehen.

Letztendlich sind wir um viele Erfahrungen reicher und werden solch einen Grubenbrand bei entsprechender Gelegenheit mit Sicherheit wiederholen.

gebrannteTonschalen gebrannter Spinnwirtel von Laura gebrannteTonschalen

 

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Grubenbrand - Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Juli 2011 um 19:21 Uhr